Die Marktprämie ist eine Zusatzvergütung für die Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie wurde eingeführt, um Betreiber von Biogas-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen stärker in den Energiemarkt zu integrieren und gleichzeitig planbare Einnahmen zu sichern.
Funktionsweise der Marktprämie
Betreiber, die ihren Strom nicht über die feste Einspeisevergütung, sondern über die Direktvermarktung verkaufen, erhalten zusätzlich zur Einnahme aus dem Stromverkauf eine Marktprämie. Diese gleicht die Differenz zwischen dem sogenannten anzulegenden Wert (gesetzlich festgelegter Förderwert) und dem tatsächlich erzielten Marktpreis aus. Die Formel lautet:
Marktprämie = Anzulegender Wert – Monatsmittelwert des Marktpreises
Liegt der Marktpreis über dem anzulegenden Wert, entfällt die Marktprämie. Dadurch werden Betreiber motiviert, Strom gezielt dann zu verkaufen, wenn die Preise hoch sind.
Ziele der Marktprämie
- Förderung der Direktvermarktung erneuerbarer Energien
- Integration regenerativer Stromerzeugung in den Energiemarkt
- Erhöhung der Markt- und Preisorientierung von Betreibern
- Stärkung der Systemverantwortung durch bedarfsgerechte Einspeisung
Beispiel
Ein Betreiber einer Biogasanlage erzielt im Monat einen durchschnittlichen Marktpreis von 9 ct/kWh. Der gesetzliche anzulegende Wert nach EEG beträgt 16 ct/kWh. Die Marktprämie beträgt somit:
16 ct/kWh – 9 ct/kWh = 7 ct/kWh
Der Betreiber erhält also 9 ct/kWh über den Stromverkauf plus 7 ct/kWh Marktprämie vom Netzbetreiber, insgesamt also 16 ct/kWh.
Marktprämienmodell nach EEG
Das Marktprämienmodell wurde mit dem EEG 2012 eingeführt und ist seitdem die Standardförderung für Neuanlagen. Betreiber sind verpflichtet, ihren Strom direkt zu vermarkten und erhalten im Gegenzug die Marktprämie als Ausgleichszahlung. Die Höhe der Prämie wird monatlich angepasst, abhängig vom Marktpreis für Strom.
Bedeutung für Energieprojekte
Für landwirtschaftliche Betriebe mit Biogas- oder PV-Anlagen ist die Marktprämie ein wichtiges Instrument, um planbare Einnahmen mit marktorientiertem Handeln zu kombinieren. Sie ermöglicht stabile Erlöse trotz schwankender Marktpreise und stärkt die Wirtschaftlichkeit von Energieprojekten. In Verbindung mit einem professionellen Direktvermarkter können Betreiber aktiv am Stromhandel teilnehmen.
Vorteile der Marktprämie
- Planbare Einnahmen trotz Marktpreis-Schwankungen
- Förderung marktorientierter Betriebsstrategien
- Verbesserte Integration erneuerbarer Energien in den Energiemarkt
- Wettbewerbsvorteile durch flexible Vermarktung
Herausforderungen
- Höherer administrativer Aufwand durch Direktvermarktung
- Abhängigkeit von Marktpreisen und Vermarktungsstrategien
- Erfordernis professioneller Stromvermarktungspartner
Fazit
Die Marktprämie ist das zentrale Förderinstrument der modernen EEG-Förderlandschaft.
Sie verbindet staatliche Unterstützung mit marktwirtschaftlichen Anreizen und sorgt so für eine nachhaltige und effiziente Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem.
Jetzt Beratung anfordern und erfahren, wie Ihr Projekt von der Marktprämie profitieren kann.