Eigenverbrauch

Unter Eigenverbrauch versteht man den Anteil des selbst erzeugten Stroms, der direkt im eigenen Betrieb genutzt wird. Bei einer Photovoltaikanlage ist dies der Teil des Solarstroms, der unmittelbar für elektrische Verbraucher im Betrieb eingesetzt wird – also nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird. Der Eigenverbrauch ist ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit und Amortisation von Energieanlagen.

Funktionsweise

Wird mit einer PV-Anlage Strom erzeugt, kann dieser auf drei Arten genutzt werden:

  • Direkter Eigenverbrauch: Strom wird sofort im Betrieb genutzt, z. B. für Maschinen, Lüftung oder Beleuchtung.
  • Speicherung: Überschüssiger Strom wird in einem Batteriespeicher zwischengespeichert und später verbraucht.
  • Einspeisung: Nicht genutzter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet.

Der Eigenverbrauch umfasst somit sowohl den direkt genutzten als auch den aus dem Speicher entnommenen Strom. Je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage – da weniger Strom teuer aus dem Netz bezogen werden muss.

Bedeutung für die Landwirtschaft

In landwirtschaftlichen Betrieben ist der Eigenverbrauch besonders relevant, da hier oft ein hoher und gleichmäßiger Strombedarf besteht – etwa für Kühlhäuser, Melkanlagen, Lüftungssysteme oder Fütterungsanlagen. Durch eine Kombination aus Photovoltaikanlage und Speichersystem kann ein großer Teil des Strombedarfs selbst gedeckt werden.

Dadurch reduziert sich die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen, und der Betrieb wird schrittweise energieautark. In Kombination mit einer Notstromversorgung bleibt der Betrieb sogar bei Stromausfällen handlungsfähig.

Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad

Der Eigenverbrauch wird oft in zwei Kennzahlen beschrieben:

  • Eigenverbrauchsquote: Anteil des erzeugten Stroms, der selbst verbraucht wird.
    Formel: (Eigenverbrauch / erzeugter PV-Strom) × 100
  • Autarkiegrad: Anteil des Gesamtstrombedarfs, der durch eigene Erzeugung gedeckt wird.
    Formel: (Eigenverbrauch / Gesamtverbrauch) × 100

Beide Werte zeigen, wie effizient ein Energiesystem im Zusammenspiel mit Eigenverbrauchsoptimierung und Lastmanagement arbeitet.

Wirtschaftlichkeit

Eigenverbrauch ist ökonomisch vorteilhafter als Einspeisung: Der selbst genutzte Strom spart den teuren Netzstrombezug, während die Einspeisevergütung in der Regel deutlich niedriger ist. Jede zusätzlich selbst verbrauchte Kilowattstunde senkt also die Betriebskosten.

Durch Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil um bis zu 30 – 50 % steigern, da erzeugter Strom zeitversetzt genutzt werden kann. So wird auch in den Abendstunden oder bei geringer Sonneneinstrahlung selbst erzeugte Energie genutzt.

Förderung und Finanzierung

Förderprogramme von KfW und BAFA unterstützen Investitionen in Anlagen, die den Eigenverbrauch erhöhen – insbesondere durch die Integration von Speichern, intelligenter Steuerungstechnik und Energiemanagementsystemen. Über farmers-happiness.de können Landwirte individuelle Finanzierungslösungen und Förderprogramme zur Eigenverbrauchssteigerung erhalten.

Fazit

Der Eigenverbrauch ist das Herzstück wirtschaftlicher Energienutzung im landwirtschaftlichen Betrieb. Er senkt Kosten, erhöht die Unabhängigkeit und verbessert die Nachhaltigkeit.
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