
THG Quote Biomethan: Kabinettsentwurf verschärft strukturelle Nachteile für Biogas und Biomethan
Der aktuelle Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) setzt ambitionierte Klimaschutzziele für den Verkehr, bringt aber zugleich neue Rahmenbedingungen mit spürbaren Auswirkungen auf Biogas- und Biomethanprojekte. Für Betreiber und Investoren wird vor allem eines entscheidend: Wie sich die Erlöslogik und die Planbarkeit rund um die THG Quote Biomethan in den kommenden Jahren verändern.
Strom speichern für die Verkehrswende – und was das mit Biomethan zu tun hat
Formal soll der Verkehrssektor bis 2040 auf eine deutlich höhere Treibhausgasminderung gesteuert werden. Flankiert wird dies durch neue Regeln zur Betrugsprävention, zusätzliche Kontrollmechanismen und die Einführung einer Unterquote für strombasierte Kraftstoffe. Die Zielrichtung ist klar: Erneuerbare Energieträger sollen stärker in den Kraftstoffmix integriert werden – allerdings mit einer politischen Priorisierung, die biogene Optionen teilweise benachteiligen kann.
Wegfall der Doppelanrechnung: Ein zentraler Hebel fällt weg
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist der geplante Wegfall der Doppelanrechnung für fortschrittliche Biokraftstoffe wie Biomethan und Bio-LNG ab dem 1. Januar 2026. Bislang konnte die doppelte Anrechenbarkeit die Erlöse pro Energieeinheit deutlich erhöhen, weil sie Nachfrage und Preisbereitschaft bei quotenverpflichteten Marktteilnehmern gestützt hat. Viele Geschäftsmodelle und Investitionsentscheidungen wurden auf Basis dieser Erlösmechanik entwickelt.
Mit dem Entwurf entfällt dieser Vorteil. Das reduziert die erwartbaren Einnahmen und erhöht die Anforderungen an die Wirtschaftlichkeitsrechnung – insbesondere für Projekte, die in Ausbau, Modernisierung oder zusätzliche Kapazitäten investieren wollen. Aus Branchensicht entsteht zudem ein Vertrauensschutz-Thema, wenn Einnahmeerwartungen ohne hinreichende Übergangslogik sinken.
RFNBO-Unterquote: Wachstumsfokus verlagert sich
Parallel etabliert der Entwurf eine Unterquote für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBO), insbesondere für strombasierte Optionen wie grünen Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. Diese Unterquote erzeugt eine exklusive Mindestnachfrage – unabhängig davon, wie sich die allgemeine Quote entwickelt. Biogene Kraftstoffe bleiben zwar grundsätzlich Bestandteil der allgemeinen Quote, verlieren jedoch mit dem Wegfall der Doppelanrechnung einen zentralen Erlös- und Absatzhebel.
Damit entsteht eine systemische Verschiebung: Politische Unterstützung und Kapitalflüsse orientieren sich stärker an Technologien, die sich teils noch im Aufbau befinden, während sofort verfügbare, regional erzeugbare Lösungen wie Biomethan relativ an Attraktivität verlieren.
Weitere Nebenwirkungen: Bürokratie, Ambitionsniveau, Rohstoffausschlüsse
- Betrugsprävention & Vor-Ort-Kontrollen: Grundsätzlich sinnvoll, können aber – insbesondere für kleinere Projekte – zusätzlichen administrativen Aufwand erzeugen und damit die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.
- Ambitionsniveau der Quote: Obwohl die Quote angehoben wird, liegt das Tempo aus Sicht vieler Marktakteure unter früheren Erwartungen – mit Konsequenzen für Investitionssignale.
- Ausschluss bestimmter Rohstoffe: Rohstoffe mit hohem indirektem Landnutzungsänderungs-Risiko sollen ausgeschlossen werden. Das ist aus Nachhaltigkeitssicht nachvollziehbar, verändert aber Marktlogiken und wirft Übergangsfragen auf.
Was bedeutet das für THG Quote Biomethan ab 2026?
Für die Branche erhöht der Entwurf vor allem die Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen. Wenn Erlöse weniger kalkulierbar werden, sinkt die Bereitschaft, neue Projekte zu entwickeln oder bestehende Anlagen in Richtung Biomethan, zusätzliche Aufbereitungskapazitäten oder Vermarktungsmodelle weiterzuentwickeln. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb mit strombasierten Lösungen, die regulatorisch stärker gestützt werden.
In der Praxis wird die Projektierung anspruchsvoller: Bankfähigkeit, Sensitivitäten (Preis, Quote, Abnahme), Contracting-Strukturen und Nachweisführung gewinnen weiter an Bedeutung. Wer Projekte plant, sollte die Erlösmechaniken frühzeitig modellieren, Robustheit gegen regulatorische Änderungen prüfen und die Dokumentations- und Compliance-Anforderungen proaktiv in die Projektkosten einpreisen.
Keine technologieoffene Weichenstellung – steigender Bedarf an belastbarer Projektlogik
Aus Sicht vieler Marktakteure setzt der Entwurf keine vollständig technologieoffene Hochlaufstrategie um, sondern priorisiert bestimmte Erfüllungsoptionen. Für die THG Quote Biomethan bedeutet das: Der wirtschaftliche Rahmen wird nicht grundsätzlich geschlossen, aber deutlich anspruchsvoller – mit spürbaren Effekten auf Margen, Finanzierbarkeit und Timing von Investitionen.
Wenn Sie prüfen möchten, wie sich Ihr Projekt unter den neuen Parametern aufstellen lässt (Cashflow, Abnahme, Finanzierung, Nachweise), sprechen Sie uns an. Weitere Einordnungen und Praxisbeispiele zur THG Quote Biomethan finden Sie auch in unseren Beiträgen auf unserer Website.
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